Die Constructor University (früher Jacobs University und International University Bremen) wurde 1999 mit Unterstützung der Universität Bremen, der Rice University in Houston, Texas, und der Freien Hansestadt Bremen gegründet. In diesem Jahr erhielt die Universität eine vorläufige staatliche Anerkennung durch die Freie Hansestadt Bremen.
Im Herbst 2001 trafen 130 Studenten*innen aus 40 Ländern auf dem Campus ein und begannen ihr Studium gemeinsam mit 27 Professoren – dies war der Beginn jener einzigartigen, hochgradig internationalen und vielfältigen Gemeinschaft, die bis heute das Markenzeichen der Constructor University ist.
Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt stellte die Idee der Universität in seiner Rede anlässlich der offiziellen Eröffnung der Universität im Jahr 2001 vor:
Die Jacobs Foundation investierte im November 2006 200 Millionen Euro in die Einrichtung und übernahm damit eine Zweidrittelmehrheit der Gesellschaftsanteile. Es handelte sich um die bislang größte Spende an eine Universität in Europa. Anfang 2007 änderte die Universität ihren Namen in Jacobs University Bremen.
Gemeinsam mit der Universität Bremen erhielt die Jacobs University Bremen im Jahr 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder eine Förderung in Höhe von 5,8 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Gründung der Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS).
Im November 2022 änderte sie ihren Namen in Constructor University (Mehr erfahren Sie in der Pressemitteilung).
Geschichte des Campus
Der Campus befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Roland-Kaserne in Bremen-Grohn. Das Gelände wurde 1936 während der Zeit des Nationalsozialismus als Flak-Kaserne Grohn errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es als Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte für die Enklave Bremen. Pläne des Senats von Bremen und der amerikanischen Militärregierung für die Enklave Bremen, bereits zu dieser Zeit auf dem Gelände eine internationale Universität zu errichten, konnten nicht verwirklicht werden. Im Jahr 1948 wurde das Gelände von der Internationalen Flüchtlingsorganisation unter der Leitung der amerikanischen Streitkräfte in ein Lager für Vertriebene umgewandelt, das als „Camp Grohn“ bekannt war. Im Jahr 1951 wurde das Gelände an die US-Armee zurückgegeben und diente als Ersatzzentrum für die US-Streitkräfte in Deutschland. Kurz nach der Gründung der Bundeswehr ging das „Camp Grohn“ 1955 in die Zuständigkeit der deutschen Regierung über und wurdein „Roland-Kaserne“ umbenannt. Die Roland-Kaserne beherbergte während des Kalten Krieges eine Logistikschule der Bundeswehr. 1999 wurde der Militärstützpunkt stillgelegt, um Platz für die Universität zu schaffen.
Die Umwandlung eines Militärstützpunkts in eine Universität stellte eine architektonische Herausforderung dar. Das beauftragte Architekturbüro (Böge & Lindner Architekten, Hamburg) erhielt für seine Arbeit mehrere Auszeichnungen, darunter den BDA-Preis (Preis des Bundes Deutscher Architekten) im Jahr 2003 (für die Umgestaltung des Alfried-Krupp-Colleges), eine Auszeichnung im Rahmen des Deutschen Städtebaupreises im Jahr 2004 (für die Umgestaltung insgesamt) sowie den BDA-Preis für die Umgestaltung des Campus Centers Lab 2 und Lab 3 im Jahr 2006.
Im Jahr 2009 wurde mit dem College Nordmetall der erste komplette Neubau auf dem Campus errichtet. Darauf folgte 2012 der zweite Neubau: das Sport- und Kongresszentrum, entworfen vom Architekten Max Dudler, das beim BDA-Bremen-Preis 2014 eine besondere Erwähnung erhielt.
Akkreditierung und Anerkennung
1999 Vorläufige staatliche Anerkennung durch die Freie Hansestadt Bremen
2001 Institutionelle Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat (WR)
2004 Vollständige staatliche Anerkennung für fünf Jahre und erste Akkreditierung aller Bachelor-Programme durch die deutsche Akkreditierungsagentur ACQUIN
2006 Bekanntgabe der Investition der Jacobs-Stiftung in Höhe von 200 Millionen Euro – die größte Spende, die jemals in Europa an eine Universität geflossen ist (Ehrung des Stifters durch Namensänderung Anfang 2007: Aus der „International University Bremen“ wird die „Jacobs University Bremen“)
2008 Institutionelle Reakkreditierung durch den WR. Eine Erneuerung der Reakkreditierung ist nur auf Antrag der Stadt Bremen erforderlich, da die Universität ihre akademische Verfassung dauerhaft unter Beweis gestellt hat.
2010 Erneuerung der offiziellen staatlichen Anerkennung durch die Freie Hansestadt Bremen
2018 Erneuerung der staatlichen Anerkennung durch die Freie Hansestadt Bremen bis 2027
2021 Erneuerung der staatlichen Anerkennung durch die Freie Hansestadt Bremen auf unbestimmte Zeit