Silber für Constructor! Das Rennteam der Constructor University erreicht den zweiten Platz bei der A2RL-Europapremiere in Italien
Das autonome Rennteam der Constructor University hat beim allerersten A2RL-Rennen (Autonomous Racing League) auf europäischem Boden den zweiten Platz belegt. Das Team rund um Teamchef Ilya Shimchik und Constructor-University-Professor Andreas Birk fuhr auf einer der anspruchsvollsten Rennstrecken des Motorsports, dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola, Italien, auf das Podium. Constructor startete als Fünfter von fünf Teams und beendete das Rennen am 5. September 2026 vor vollen Rängen auf dem zweiten Platz. Damit egalisiert das Team sein bisheriges Bestergebnis bei der A2RL aus dem Auftaktrennen im Jahr 2024. Im Oktober kehrt die A2RL zum Saisonfinale nach Abu Dhabi zurück.
Die A2RL, die Abu Dhabi Autonomous Racing League, feierte an diesem Wochenende ihr internationales Debüt in Imola. Das Rennteam der Constructor University war eines von fünf Teams, die auf der traditionsreichen Strecke gegeneinander antraten – gemeinsam mit der TUM (Deutschland), Unimore (Italien), PoliMOVE (Italien) und Kinetiz (VAE).
„Es ist unglaublich zu sehen, welche Fortschritte unser Team und der Sport insgesamt weiterhin machen“, sagte Andreas Birk, Professor für Robotik an der Constructor University. „Das Rennen an diesem Wochenende hat dem europäischen und internationalen Publikum aus erster Hand gezeigt, wie viel der autonomen Technologie hinter den Rennwagen abverlangt wird.“
Teamchef Ilya Shimchik zeigte sich stolz auf das Ergebnis, zumal sich die Strecke in Imola deutlich von der „Heimstrecke“ der Liga in Abu Dhabi unterscheidet. „Die Strecke in Imola ist extrem anspruchsvoll. Sie ist eng, mit vielen Kurven, Steigungen und Gefällen, was Überholmanöver äußerst schwierig macht“, so Shimchik. „Trotz dieser Herausforderungen blieb das Rennen bis zum Schluss offen.“
Wie weit – und wie schnell – kann KI gehen?
Die schwierigen Streckenbedingungen können kaum überschätzt werden. Höhenunterschiede, enge Ideallinien und knifflige Überholzonen trafen auf technisch anspruchsvolle Kurven und minimale Sicherheitsmargen – eine echte Belastungsprobe für die Fähigkeit autonomer Systeme, Grip, Verkehr, Positionierung und Überholvorgänge unter hohem Druck in Echtzeit zu bewältigen.
„Unsere KI-Systeme müssen jedes Detail überwachen und darauf reagieren – ganz gleich wie klein –, von grundlegenden Steuerungsaspekten wie der temperaturabhängigen Traktion der Reifen bis hin zu komplexen Entscheidungen, etwa wie auf unerwartete Ereignisse reagiert wird oder ob, wann und wie überholt werden soll“, erklärte Prof. Birk.
Jedes Team tritt bei der A2RL mit demselben Fahrzeug an, einem Dallara Super Formula (EAV24) mit Verbrennungsmotor. Anstelle eines Fahrers verarbeitet ein Computer in Echtzeit Radar-, LiDAR- und Kameradaten, um ein Bild der Umgebung zu erstellen, die Ideallinie zu planen und über elektrische Aktuatoren zu lenken, Gas zu geben und zu bremsen. Die Rundenzeiten erreichten am Samstag einen Spitzenwert von 1:37 Minuten – nur sieben Sekunden über der durchschnittlichen F1-Rundenzeit von 1:30 Minuten auf dieser Strecke.
Das Rennen zeigte eindrucksvoll, wie schnell physische KI mittlerweile sein kann – und welchen Weg sie bereits zurückgelegt hat. Vor zwei Jahren, beim allerersten A2RL-Rennen, war der menschliche Referenzfahrer, ein ehemaliger Formel-1-Pilot, den A2RL-Fahrzeugen noch um über zehn Sekunden pro Runde voraus. Beim Rennen an diesem Wochenende ist dieser Unterschied auf weniger als eine Sekunde geschrumpft.
Der Podiumsplatz vom Samstag gibt dem Constructor-Team frischen Rückenwind für das A2RL-Saisonfinale im Oktober – mit dem klaren Ziel, den ersten Platz zu erobern. „Unsere Leistung in Imola hat bewiesen, dass wir an der Spitze des Feldes mitfahren und eine echte Chance haben, in Abu Dhabi den ersten Platz zu holen“, sagte Shimchik.
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