Neue Studie zur therapeutischen Kraft von Online-Spielen

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New study on the therapeutic power of online games
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Neurobiologist Dr. Radwa Khalil researches the therapeutic power of online games. (Source: Constructor University)

Die Nutzung von Online-Spielen kann die Plastizität des Gehirns fördern und hat ein großes Potenzial als therapeutisches Instrument, etwa in der Behandlung von Angststörungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich veröffentlichte, interdisziplinäre Studie unter Beteiligung von Dr. Radwa Khalil, Neurobiologin an der Constructor University Bremen.

In der Studie, in der die neueste Literatur ausgewertet wird, untersuchen die Forschenden den Zusammenhang zwischen Spielen, Kreativität und der Neuroplastizität des Gehirns, also dessen Fähigkeit zu lernen und durch Training neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen zu bilden. „In der Kreativtherapie wird der Einsatz von Spielen als Möglichkeit die Gesundheit der Patient*innen zu verbessern, vielfach übersehen“, meint Radwa Khalil. „Aber wir sind von ihrem Potenzial überzeugt.“

Spiele können laut den Forschenden die Vorstellungskraft und andere kognitiven Prozesse, die mit Kreativität verbunden sind, aktivieren und verbessern. Damit sind die exekutiven Funktionen des Gehirns gemeint, zum Beispiel dessen Fähigkeit, die Aufmerksamkeit, Selbstkontrolle, das Gedächtnis oder auch Entscheidungen gezielt zu steuern. Kognitive Fähigkeiten könnten durch die Verwendung von Spielen verbessert werden, was in der therapeutischen Behandlung insbesondere Menschen mit Angstzuständen oder Stresssymptomen zugutekommen kann.

„Den therapeutischen Einsatzmöglichkeiten von Spielen sollte mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden“, meint Radwan Khalil, die sich für weitere Forschung auf diesem Gebiet stark macht. „Es braucht evidenzbasierte Gewissheit damit Spiele in Therapien stärker eingesetzt werden.“

Die Studie „The light side of gaming: creativity and brain plasticity” ist in der Zeitschrift „Frontiers in Human Neuroscience” erschienen. Neben Radwa Khalil sind an ihr beteiligt: Dr. Christiane Gnater-Gast, Professorin für Kunsttherapie an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Dr. Marc Schipper, Professor für Psychologie an Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg; Manouchehr Shamsrizi und Dr. Christian Stein, Gamelab. Berlin.

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