Social Entrepreneur: Saleem Zafar berät studentische Start-upper

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Saleem berät Kommiliton:innen, die am hochdotierten Hult Prize teilnehmen möchten (Quelle: Jacobs University)


17. November 2022

Muhammad Saleem Zafar war 15 Jahre alt und noch Schüler in Dubai, als er erstmals am Hult Prize teilnahm – einem weltweiten Wettbewerb, der sich um soziales Unternehmertum dreht. Saleem und sein Team erreichten den dritten Platz. Das Thema: nachhaltige Energien. Heute motiviert der Student an der Jacobs University Bremen seine Kommiliton:innen zur Teilnahme an dem hochdotierten Wettbewerb.

Die Welt durch soziales Unternehmertum zu einem besseren Ort machen – das ist der Grundgedanke des Hult Prize. Der „Nobelpreis für Studierende“ wird zu jährlich wechselnden Themen von der Hult Prize Foundation in Partnerschaft mit den Vereinten Nationen vergeben. Das beste Team gewinnt ein Startkapital in Höhe von einer Millionen Dollar.

Studierende aus 120 Ländern nehmen an der Challenge teil, die Teams können sich über mehrere Ausscheidungsrunden für das Finale qualifizieren. Die erste Runde schließt Ende November, drei Teams der Jacobs University könnten die nächste Stufe erreichen. „Ich bin mir sicher, dass wir fantastische Ideen präsentiert bekommen werden“, meint Saleem. Der 23-jährige betreut neben seinem Studium an der Jacobs University die renommierte Start-up Challenge als Leiter des studentischen Clubs Hult@Jacobs. Das Thema des Wettbewerbs in diesem Jahr: Redesigning Fashion – nachhaltige Mode.

Was Saleem am Hult Prize begeistert? Die Themen, die sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientieren sowie die Internationalität des Wettbewerbs. „Er schafft ein Netzwerk von Studierenden mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und dient als Plattform für ihre Ideen. Sie können in der Praxis anwenden, was sie im Studium gelernt haben“, sagt Saleem, der nach dem Abitur in Dubai selbst ein Beratungsunternehmen für die Öl- und Gasindustrie gegründet hat.

Als Studierender an der Jacobs University nahm er mit „Foodease“ am Hult Prize teil. Das Start-up entwickelte zu Beginn der Corona-Zeit einen digitalen Marktplatz für überschüssige und verderbliche Lebensmittel, der Handelnde, Produzierende, Köch:innen sowie andere Verbraucher:innen zusammenbrachte und in seiner Heimat Pakistan sehr erfolgreich war.

Saleem engagiert sich zudem als Leiter des Google Developer Student Club (GDSC) an der Jacobs University. „Der Hult Prize und GDSC ergänzen sich. Beide sind den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verpflichtet – und brauchen die Teams technische Unterstützung, stellt der GDSC diese bereit.“

Dass der begeisterte Cricket-Spieler nach Bremen kam, ist einem Freund zu verdanken, der an der Universität Bremen studierte und Saleem von der Jacobs University erzählte. Ihn reizten sofort die Internationalität und die Studienprogramme. „Die Bevölkerung in Dubai besteht zu 95 Prozent aus Auswanderern, man trifft Leute aus der ganzen Welt. An der Jacobs University ist das ähnlich, deshalb habe ich mich sofort heimisch gefühlt.“ Auch das Wetter half bei seiner schnellen Akklimatisierung. „Im Sommer wird es in Dubai mit bis zu 50 Grad Celsius sehr heiß. Da lernt man die milden Temperaturen und die frische Luft in Bremen zu schätzen.“

Inzwischen studiert Saleem im dritten Jahr Industrial Engineering & Management. Weil die Corona-Zeit ihn lange vom Reisen abhielt, holt er jetzt einiges nach. Wandern im Harz zum Beispiel oder Städtereisen. Besonders Leiden in den Niederlanden gefällt ihm sehr. Wo Heimat für ihn ist? „Ich bin in Pakistan geboren, aber in Dubai aufgewachsen und in den Golf-Staaten mehrfach umgezogen, war immer viel unterwegs. Heimat ist für mich kein Ort, sondern mit Menschen verbunden.“

Derzeit ist er häufig in Berlin. Dort absolviert er ein Praktikum bei der Collective Ace Group, einem schnell wachsenden Start-up in der Spieleindustrie. Expansionsmöglichkeiten für das Unternehmen in Südostasien, Osteuropa und Südamerika zu erkunden, ist sein Job. Saleem befasst sich auch mit Lieferketten in der Spieleindustrie, die anders als die konventionelle Industrie über keine physischen Produkte verfügt, bei der aber ein Team mit verschiedenen Qualifikationen zusammenkommen muss, um erfolgreich zu sein.

Im kommenden Sommer wird Saleem seinen Bachelor abschließen. Er möchte Deutschland verbunden bleiben, doch wo und für wen er arbeiten wird, ist noch offen. Wahrscheinlich ist, dass er der Start-up-Welt erhalten bleibt und für die Collective Ace Group arbeiten wird. Das kann er von überall tun, der Ort wird zunehmend unwichtiger.


Dieser Text ist Teil der Serie "Faces of Jacobs", in der die Jacobs University Studierende, Alumni, Professoren und Mitarbeitende vorstellt. Weitere Folgen sind unter www.jacobs-university.de/faces/de zu finden.

 

Über die Jacobs University Bremen:
In einer internationalen Gemeinschaft studieren. Sich für verantwortungsvolle Aufgaben in einer digitalisierten und globalisierten Gesellschaft qualifizieren. Über Fächer- und Ländergrenzen hinweg lernen, forschen und lehren. Mit innovativen Lösungen und Weiterbildungsprogrammen Menschen und Märkte stärken. Für all das steht die Jacobs University Bremen. 2001 als private, englischsprachige Campus-Universität gegründet, erzielt sie immer wieder Spitzenergebnisse in nationalen und internationalen Hochschulrankings. Ihre mehr als 1.600 Studierenden stammen aus mehr als 110 Ländern, rund 80 Prozent sind für ihr Studium nach Deutschland gezogen. Forschungsprojekte der Jacobs University werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder aus dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Union ebenso gefördert wie von global führenden Unternehmen.

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