14 innovative Ideen, die die Zukunft verändern kann – diese 5 sind Startups kämpfen um $100k bei Constructor Start Demo Day
Eine Bühne. Ein Pitch. USD 100.000. Am 24. Februar wird aus Vision Realität, wenn die neuesten Finalisten des Accelerator-Programms Constructor Start beim Demo Day der Constructor University antreten. Für 14 ambitionierte Early-Stage-Tech-Startups aus aller Welt geht es um alles: Aufmerksamkeit, Sichtbarkeit—und um eine Finanzierung, die den nächsten Schritt in Richtung Zukunft ermöglicht.
Nach einem achtwöchigen Intensivprogramm mit Mentoring durch das globale Netzwerk von Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft und Technologie der Constructor University präsentieren die Teams ihre Geschäftsmodelle live vor Investor:innen, Venture-Capital-Firmen, Medien und der Öffentlichkeit. Das Gewinnerteam erhält 100.000 Dollar Eigenkapital-freie Seed-Finanzierung von Constructor Capital – als Teil eines Förderpools von bis zu einer Million Dollar für Teilnehmende von Constructor Start.
In den vergangenen zwei Wochen haben wir neun Startups vorgestellt, die zukunftsweisende Lösungen für Menschen und Unternehmen entwickeln. In diesem abschließenden Beitrag richten wir den Blick auf fünf Deep-Tech-Startups, die an der technologischen Grundlage von Quantentechnologie und komplexen Industriesystemen arbeiten.
Diese fünf Startups widmen sich hochkomplexen Fragestellungen in Spezialbereichen wie dem Quantencomputing – häufig als nächste große Entwicklungsstufe der Rechenleistung beschrieben. Für alle, die tiefer einsteigen möchten, bietet die Demo Day zudem eine Podiumsdiskussion mit internationalen Expert:innen zum aktuellen Stand und zur Zukunft des Quantencomputings. Die Teilnahme ist vor Ort oder online möglich.
MagiQware (Niederlande)
Das in Amsterdam ansässige Startup konzentriert sich auf einen kritischen Engpass im Quantencomputing, der darüber entscheiden könnte, ob aus heutigen experimentellen Systemen künftig praxistaugliche Anwendungen werden – etwa in der Klimamodellierung, Strömungsdynamik oder Energietechnologie. Anstatt ausschließlich die Anzahl der Qubits zu erhöhen, adressiert MagiQware ein weniger sichtbares, aber ebenso zentrales Problem: die Herstellung sogenannter „Magic States“.
Diese speziell vorbereiteten Quantenzustände sind essenziell für fehlertolerante, universelle Quantenalgorithmen – also für Berechnungen, die über kurze Demonstrationen hinausgehen. Eine anschauliche Analogie: Magic States verhalten sich wie Rohöl. Das Potenzial ist vorhanden, doch erst durch aufwendige „Destillation“ entstehen hochqualitative Ressourcen. Heute verschlingt dieser Prozess einen Großteil der verfügbaren Rechenressourcen, noch bevor die eigentliche Berechnung beginnt.
MagiQware entwickelt eine KI-gestützte Optimierungs-Engine, die hochfidele Magic States effizienter erzeugen soll – mit weniger Zeit- und Ressourcenaufwand. Ziel ist es, den versteckten Overhead zu reduzieren und den Weg zu skalierbarem, universellem Quantencomputing zu ebnen.
Quantum Logic (Niederlande)
Quantum Logic aus Delft nimmt eine oft übersehene Komponente ins Visier: die Steuerelektronik von Quantencomputern, die bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt arbeitet. Während sich die öffentliche Debatte meist auf Qubit-Zahlen konzentriert, muss jedes einzelne Qubit präzise durch elektronische Signale kontrolliert werden. Mit wachsender Systemgröße steigen auch Kabel, Komponenten und thermische Belastungen – ein potenzieller Skalierungsengpass.
Das Startup entwickelt kryogene Hochfrequenz- und Steuerungselektronik, die direkt in ultrakalten Umgebungen eingesetzt werden kann. Mithilfe von Multiplexing – dem Bündeln mehrerer analoger und digitaler Signale über gemeinsame Kanäle – soll der Hardwareaufwand drastisch reduziert werden.
In heutigen Architekturen wird die Steuerungsebene häufig zum limitierenden Faktor. Quantum Logic möchte diese Barriere überwinden und so den Weg zu Systemen mit Millionen von Qubits ermöglichen.
Quasi AI (Deutschland)
Das Berliner Startup Quasi AI kombiniert Quanten- und klassische Hochleistungsrechner, um besonders rechenintensive Simulationen zu beschleunigen – etwa in der Strömungsmechanik, Wärmeübertragung oder Multiphysik-Modellierung. Solche Computational-Fluid-Dynamics-Simulationen (CFD) sind zentral für Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Halbleiterfertigung oder Energieinfrastruktur, aber äußerst kosten- und zeitintensiv.
Anstatt bestehende Systeme zu ersetzen, verfolgt Quasi AI einen hybriden Ansatz: Quantenbasierte Machine-Learning-Methoden werden in klassische Hochleistungsarchitekturen integriert. So sollen Simulationen schneller durchgeführt und zugleich präziser werden.
Anwendungsfelder reichen von der Halbleiterkristallzüchtung über Perowskit- und Siliziumwafer-Produktion bis hin zu Kryotechnik und grünem Wasserstoff. Ergänzend plant das Unternehmen Simulation-as-a-Service-Modelle sowie synthetische Datengenerierung für industrielle Kund:innen.
Qendra (Schweiz)
Qendra aus Zürich beschreibt seine Mission klar: „klassische Kontrolle für Quantencomputer“. Während Quantenprozessoren auf empfindlichen atomaren Systemen wie gefangenen Ionen oder neutralen Atomen basieren, hängt ihre Funktionsfähigkeit von extrem präziser klassischer Elektronik ab. Laser- und Hochfrequenzsignale müssen zeitlich exakt synchronisiert werden.
Derzeit bestehen viele Systeme aus fragmentierten Einzellösungen mit unterschiedlichen Software-Stacks und Timing-Modellen. Kleine Änderungen können unerwartete Instabilitäten verursachen.
Qendra entwickelt eine integrierte Hochleistungs-Steuerplattform speziell für Ionen- und Neutralatom-Architekturen. Hardware, Firmware und Echtzeit-Logik greifen eng ineinander, um deterministische Signalverarbeitung zu gewährleisten – eine Grundvoraussetzung für skalierbare Quantenoperationen.
Tetractys (Niederlande/Deutschland)
Tetractys wendet fortschrittliche KI auf eines der komplexesten industriellen Umfelder an: die Bioproduktion. In der Biopharma- und Industriellen Biotechnologie basieren Prozesse auf lebenden Systemen mit Billionen von Mikroorganismen. Kleine Abweichungen können Kettenreaktionen auslösen – mit Verlusten von mehreren Millionen Euro pro Charge.
Verankert an der Universität Tübingen und der Technischen Universität Eindhoven entwickelt das Startup eine graphbasierte „World-Model“-KI. Diese modelliert Produktionssysteme als dynamische Netzwerke und analysiert in Echtzeit die Wechselwirkungen tausender biologischer und technischer Parameter.
Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen, Erträge zu optimieren und Produktionssicherheit zu erhöhen. Langfristig sieht sich Tetractys als mögliche Standardlösung für das Management komplexer Biosysteme.
Besuchen Sie uns am Demo-Tag!
Von Quanteninfrastruktur bis zur KI-gestützten Steuerung lebender Produktionssysteme: Diese fünf Startups arbeiten an den technologischen Fundamenten der nächsten Innovationswelle. Am 24. Februar wird eines von ihnen 100.000 Dollar erhalten, um seine Vision zu beschleunigen. Die entscheidende Frage ist nicht, ob Deep Tech unsere Zukunft prägen wird – sondern wer sie mitgestaltet.
Mehr erfahren & anmelden für den Demo Day am 24. Februar 2026 – live vor Ort oder online.