“Beyond Influencers”: KI-gestützte Forschung der Constructor University verleiht Umweltinitiativen in sozialen Netzwerken maximale Reichweite

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Dr. Noushin Mohammadian und Prof. Dr. Omid Fatahi Valilai zeigen auf, wie große Sprachmodelle menschliche Influencer ergänzen können, um den Umweltschutz im digitalen Raum zu unterstützen.
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Dr. Noushin Mohammadian und Prof. Dr. Omid Fatahi Valilai zeigen auf, wie große Sprachmodelle menschliche Influencer ergänzen können, um den Umweltschutz im digitalen Raum zu unterstützen. (Quelle: Constructor University)

Nachhaltige Verhaltensänderungen in der Gesellschaft herbeizuführen, ist womöglich eine der schwierigsten Hürden bei der Bewältigung der globalen Umweltkrise. Während soziale Medien und die Influencer-Kultur bereits zu mächtigen Instrumenten der Meinungsbildung geworden sind, legen neue Forschungsergebnisse der Constructor University nahe, dass künstliche Intelligenz deren Wirkung für Umweltbelange massiv verstärken könnte. Durch die Kombination von großen Sprachmodellen (LLMs) mit Social-Media-Analysen zeigt die Studie, dass KI-Modelle menschliche Influencer*innen wirksam unterstützen können, indem sie durch semi-automatisierte Prozesse hochrelevante Inhalte generieren und die Interaktion in sozialen Medien skalierbar machen.

Wissenschaftler*innen der Constructor University Bremen, Dr. Noushin Mohammadian und Prof. Dr. Omid Fatahi Valilai, präsentieren in ihrer neuesten Publikation eine Strategie zur Verschmelzung von Social-Media-Intelligenz, Verhaltensbewertung und KI-gestützter Content-Erstellung. Ziel ist es, Umweltkampagnen adaptiver, reaktionsschneller und skalierbarer zu gestalten, um die Öffentlichkeit wirksamer einzubinden. Das Modell ist speziell in „Null-Schadstoff“-Initiativen (Zero Pollution) verankert und nutzt KI als adaptiven Agenten, der nicht nur Texte entwerfen, sondern auch direkt auf Bürgerkommentare reagieren kann.

Die Studie, die Anfang des Jahres im Journal of Open Innovation: Technology, Market, and Complexity veröffentlicht wurde, stellt ein Framework vor, das eine weltweite Skalierbarkeit von Umweltkampagnen ermöglicht. Durch die präzise Messung von Ergebnissen sowie die Ausrichtung an Modellen der semantischen Interoperabilität, erreichen die Wissenschaftler*innen einen Standard, der sicherstellt, dass Daten zwischen verschiedenen Systemen und Institutionen reibungslos und inhaltlich einheitlich ausgetauscht werden können.

KI als Werkzeug für Vertrauen und politische Akzeptanz

Ein besonderer Fokus der Arbeit liegt auf der Anwendung im urbanen Raum. Die Forscher*innen beschreiben, wie LLMs dazu beitragen können, nachhaltige Betriebsabläufe in Städten zu etablieren und die öffentliche Akzeptanz für neue politische Maßnahmen zu erhöhen.

„Diese Forschung adressiert die Herausforderung, Bürger für Nachhaltigkeitsinitiativen zu gewinnen, in einer Zeit, in der digitale Plattformen die öffentliche Meinung und das Verhalten stark beeinflussen“, erklärt Dr. Mohammadian. „Unsere Arbeit kombiniert LLMs mit Social Media Analytics (SMA), um adaptive, datengesteuerte Strategien für Kommunen und die Industrie zu schaffen. Solche Anwendungen können dazu beitragen, die Kommunikation politischer Maßnahmen zu verbessern, das öffentliche Vertrauen zu stärken und eine effektivere Umsetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen zu unterstützen. Meine Motivation für die Beschäftigung mit diesem Thema rührt von einem wachsenden Interesse daran her, wie KI als unterstützendes Werkzeug eingesetzt werden kann, um die Teilhabe und eine informierte Entscheidungsfindung zu verbessern, anstatt menschliche Akteure zu ersetzen.“

Effizienz und ethische Governance

Das entwickelte Framework der „Emerging Technologies in Industrial Engineering“ (EITIE) Gruppe integriert Verhaltensanalysen direkt in die Kampagnensteuerung. Dadurch können Organisationen auch bei begrenzten Ressourcen konsistent und zeitnah auf Feedback reagieren.

Prof. Dr. Fatahi Valilai betont die strategische Relevanz der Studie: „In einem Umfeld, in dem Institutionen öffentliche Unterstützung mobilisieren und sich gleichzeitig gegen Desinformation schützen müssen, bietet unsere Arbeit einen evidenzbasierten Weg für die Kommunikation im großen Maßstab. Ich sehe unmittelbare Anwendungsmöglichkeiten für NGOs, Städte und werteorientierte Marken, insbesondere dort, wo regulatorische Initiativen wie der Digitale Produktpass der EU die Messlatte für Transparenz, Rückverfolgbarkeit und die erweiterte Produzentenverantwortung höher legen.“

Trotz der technologischen Potenziale diskutiert die Studie auch kritisch die Herausforderungen und Grenzen des KI-Einsatzes, um eine verantwortungsvolle und transparente Nutzung in der Umweltvertretung zu gewährleisten.   

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