DAAD-Preis für sozial engagierte Top-Studentin

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14. September 2016

Für Juliana Villegas Suarez hat das neue Studienjahr an der Jacobs University mit einem besonderen Ereignis begonnen. Die Kolumbianerin ist vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) für ihre exzellenten Studienleistungen und ihr soziales Engagement ausgezeichnet worden.

Manchmal, sagt Juliana, könne sie es noch gar nicht glauben, dass sie jetzt schon im dritten Jahr an der Jacobs University studiere. So schnell sei die Zeit vergangen. Ein gutes Zeichen sei das, denn ihr Studienfach „Global Economics and Management“ mache ihr nun einmal großen Spaß. Dass sie allerdings jetzt selbst zu jenen Studierenden zählt, zu denen sie zu Beginn ihres Studiums noch aufgeblickt hat, ist für sie noch ungewohnt: „Das ist schon komisch“, sagt die 20-Jährige. „Plötzlich ist niemand mehr hier, der schon da war, als ich angefangen habe.“ Außer den Professoren natürlich. Und die loben sie in den höchsten Tönen. „Ihre Essays zählen zu den fachkundigsten und durchdachtesten, die ich jemals an dieser Universität gelesen habe“, schrieb einer von ihnen, als es um die Frage ging, wer in diesem Jahr den mit 1000 Euro dotierten DAAD-Preis gewinnen soll. Dekan Professor Werner Nau wies bei der Preisverleihung auf Julianas Top-Notendurchschnitt von 1,17 ebenso hin wie auf ihr soziales Engagement. Es war die Eröffnung des neuen akademischen Jahres. Im Publikum saßen Hunderte Erstsemester. Für viele von ihnen dürfte nun Juliana ein Vorbild sein.

Im benachbarten Flüchtlingswohnheim „Blaues Dorf“ betreut sie Kinder. Sie kümmert sich um Spendenaktionen für Kindergartenkinder, in deren Familien das Geld für Weihnachtsgeschenke fehlt, sie engagiert sich im Rotaract Club auf dem Uni-Campus und hat Blutspendenaktionen ebenso mitorganisiert wie die „Women’s International Leadership Conference“ an der Jacobs University. Sich für soziale Zwecke stark zu machen und am eigenen Studienerfolg zu arbeiten – das sind für Juliana keine Gegensätze. Bereits während ihrer Schulzeit in der kolumbianischen 2,4-Millionen-Metropole Cali hat sie sich für Kinder aus sozial benachteiligten Familien eingesetzt. „Ich habe es auch schon dort genossen, mit Kindern zu spielen zu spielen und Weihnachtsgeschenk-Aktionen für sie zu planen“, erzählt sie.

Die sozialen Spaltungen allerdings seien in ihrer Heimat Kolumbien weitaus größer als hierzulande. „Zu sehen, wie durchorganisiert in Deutschland alles ist, war für mich anfangs irritierend und faszinierend zugleich. Um die Probleme in meiner Heimat wusste ich zwar schon vorher. Aber das Studium hier in Deutschland hat meinen Blick dafür noch geschärft.“

Den Begriff Jacobs University hörte sie in Kolumbien zum ersten Mal, als zwei Freundinnen ein Studium in Bremen begonnen hatten. „Sie haben mich mit ihrer Begeisterung angesteckt. Als dann noch an meiner Schule für die Jacobs University geworben wurde, habe ich mich entschlossen, mich zu bewerben.“ Die Familie und die vertraute Umgebung hinter sich zu lassen – das sei ihr anfangs nicht leicht gefallen, sagt Juliana. „Aber meinen Kommilitonen ging es ja genauso.“ Drei Viertel der Studierenden an der Jacobs University kommen aus dem Ausland, spontane Besuche bei Eltern und Geschwistern sind für die meisten nicht möglich. Juliana traf somit vom ersten Tag an auf Kommilitonen, die genau zum selben Zeitpunkt in derselben Situation waren wie sie. „Die Atmosphäre war von Anfang an sehr offen und herzlich. Ich habe schnell wunderbare Leute kennengelernt.“ Beim Einleben in Deutschland hat ihr auch ihre Gastfamilie geholfen, die sie über das „Host Family Program“ der Jacobs University vermittelt bekommen hat. Rund 500 Gastfamilien aus Bremen und Umgebung bieten den ausländischen Studierenden ein Stück Heimat fernab der Heimat. Die meisten Studierenden wohnen zwar auf dem Campus, genießen es aber, wenn sie in der neuen Umgebung einen Anlaufpunkt haben.

Juliana beispielsweise trifft sich jede Woche mit ihren Gasteltern und -geschwistern, die in der Nähe der Uni leben. „Wir verstehen uns sehr gut. Meine Gasteltern haben eine Tochter in meinem Alter und einen Sohn im Alter meines Bruders.“ Ohnehin hängt Juliana an ihrem Leben in Bremen. Die Vorstellung wegzuziehen, fällt ihr schwer. „Ich empfinde es als Privileg, an dieser Uni studieren zu können.“

Mit dem Bachelor-Abschluss würde sie sich zunächst gern für ein Graduiertenprogramm bewerben. „Irgendwann jedoch möchte ich zurück nach Kolumbien und dort zum Beispiel für eine Nichtregierungsorganisation arbeiten“, sagt sie. „Ich habe in meinem Leben bisher viel Glück gehabt. Deshalb möchte dazu beitragen, dass auch andere junge Leute in meiner Heimat bessere Zukunftschancen bekommen.“ , ,
Juliana Villegas Suarez studiert Global Economics and Management an der Jacobs University in Bremen. Foto: Jacobs University , ,
Juliana Villegas Suarez bei der Preisverleihung mit den Dekanen der Jacobs University in Bremen, Prof. Dr. Arvid Kappas (links) und Prof. Dr. Werner Nau (rechts). Foto: Jacobs University

Kontakt:Christian Langer | Brand Management, Marketing & Communications c.langer [at] jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-4454