Inklusion reißt Mauern ein: Gewinner des norddeutschen Vorentscheid Falling Walls Labs an der Jacobs University gekürt

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,  02. Oktober 2015 Wie navigieren Menschen, die ihr Umfeld nicht, oder nur sehr eingeschränkt, visuell wahrnehmen können ohne Hilfe in fremden Umgebungen? Diese Frage hat Susan Wache und andere Wissenschaftler am Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück über zehn Jahre beschäftigt. Nun gewann sie mit der Idee eines taktilen Navigationsgeräts für blinde und sehbehinderte Menschen den ersten Preis beim norddeutschen Vorentscheid des Falling Walls Lab an der Jacobs University in Bremen. Den neun Teilnehmerinnen und Teilnehmern blieben jeweils drei Minuten Zeit, um ihre Forschungsarbeit, ihre Geschäftsmodelle, innovativen Projekte oder Ideen einer interdisziplinären Jury unter der Leitung der Vizepräsidentin der Universität Osnabrück Prof. Dr. May-Britt Kallenrode vorzustellen. Die Vorträge erstreckten sich dabei über ein weites Feld von Temperaturmessung über Materialwissenschaften und Proteinherstellung bis zu Ideen zur Lokalisierung von Gefühlen auf Karten. Anschließend nutzten Jury, Publikum und Teilnehmer die Chance, engagiert die Darstellungen zu diskutieren. Aus der Vielzahl der Ideen stachen zwei zukunftsweisende Projekte mit großer gesellschaftlicher Relevanz heraus: Frau Waches Idee, blinden und sehbehinderten Menschen durch einen Gürtel mit Hilfe des Tastsinns die Richtung zum gewünschten Ziel zu weisen, kürte die Jury mit dem ersten Platz. Den zweiten Platz sicherte sich Vasile Apostu, Doktorand an der Jacobs University, mit seiner Idee für einen innovativen Bollerwagen aus Leichtbaumaterialien. Er kann beispielsweise Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern den Transport der Kinder im Straßenverkehr sowie in Bussen und Bahnen erleichtern. Das besondere an dem Gefährt aus High-Tech Materialien ist: Es soll von Menschen mit Behinderung am Martinshof (Werkstätten Bremen) produziert werden. Susan Wache, geboren 1987, studierte in Berlin, Osnabrück und Trient. Seit 2011 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück. Vasile Apostu wurde 1989 in Rumänien geboren. Nach erfolgreichem Bachelor- und Masterstudium der Logistik an der Jacobs University, promoviert er seit Ende 2013 an der internationalen Universität in Zusammenarbeit mit dem Mercedes-Werk in Bremen. Beim Finale am 8. November in Berlin werden Wache und Apostu gegen rund 100 Jungforscher aus bis zu 75 Ländern vor eine internationale Expertengruppe treten. Das Falling Walls Lab wurde 2011 von der Falling Walls Foundation und der Unternehmensberatung A.T. Kearney initiiert. Ziel ist es, zukunftsorientiert denkenden jungen Menschen ein Forum für die Präsentation ihrer Ideen zu geben. Bewerben konnten sich Nachwuchsforscher und Jungunternehmer. Das Falling Walls Lab Bremen wurde von der Jacobs University Bremen, in Kooperation mit den Universitäten Bremen und Osnabrück sowie mit finanzieller Unterstützung der Techniker Krankenkasse ausgerichtet. Vorentscheidungen finden in diesem Jahr neben Bremen unter anderem in Hong Kong, San Francisco, Johannesburg und Zürich statt. Weiter Informationen unter:http://fwlab2015.user.jacobs-university.de/ Fragen beantwortet:Henning Blunck | School of Mathematics & Logisticsh.blunck [at] jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200- 3075